Tipps & Tricks für deine Kampagnen

Campaigning ist wie kochen: (Fast) jedeR kann eine Portion Spaghetti zubereiten, die satt machen. Doch man kann ein Gericht auch kunstvoll verfeinern. Dazu braucht man aber viel Wissen und Erfahrung.

Die folgenden Tipps und Tricks sind also bestenfalls ein «Schnellkochkurs» und kratzen nur an der Oberfläche. Sie sollen dir aber helfen, ein paar erste Hürden leichter zu überwinden.

Kampagnen allgemein

  • Formuliere so klar wie möglich, was dein Ziel ist: Was möchtest du mit deinem Anliegen erreichen?
  • Suche einen guten Lösungsvorschlag für dein Anliegen.
  • Überleg dir, wie du am besten zu deinem Ziel gelangst:
    • Willst du mit Masse Druck machen und Unterschriften sammeln? PeoplePower bietet dir dafür ein mächtiges Petitionstool.
    • Willst du mit einer sichtbaren Aktion vor Ort auf dein Anliegen aufmerksam machen? Auch für die Organisation von Events bietet dir PeoplePower Möglichkeiten.
    • Möchtest du dich erstmal mit Gleichgesinnten zusammentun und ein Projekt aushecken? Schau einmal bei den Gruppen vorbei.

Petitionen

Volunteers Collect Signatures

Aufbau & Inhalt

  • Ein knackiger Titel hilft dein Anliegen auf den Punkt zu bringen und die Menschen neugierig zu machen
  • Suche einen möglichst konkret zu sein, bei der Frage: «An wen richtet sich die Petition?» Einzelne Menschen sind in der Regel geeigneter als ganze Organisationen. Damit hat das Anliegen ein «Gesicht» und es ist konkret jemand in der Pflicht zu reagieren. Natürlich solltest du als AdressatIn jemanden wählen, der/die wirklich einen Einfluss hat bei der Entscheidung über dein Anliegen.
  • Auch bei deiner Forderung gilt der Grundsatz: «In der Kürze liegt die Würze»: Fasse möglichst kurz und in klaren Worten dein Anliegen zusammen. Dann sind die Chancen besser, dass deine Botschaft tatsächlich gelesen wird (und so mehr Menschen deine Petition unterschreiben).
    Achte darauf, dass deine Forderung einen klaren Aufruf zum Handeln beinhaltet. So hilfst du deinen Unterstützenden und den Adressaten deiner Kampagne zu verstehen, wie man dein Anliegen lösen kann und was man dafür tun muss. Dies nennt man auch «Call To Action» (CTA)
  • Bei der Frage: «Warum ist das wichtig?» kannst du ein bisschen ausführlicher werden und die Geschichte hinter deiner Forderung erzählen, sowie dein Anliegen mit Fakten zu untermauern. Schreib aber auch hier besser keinen Roman – denn sonst da steigen die LeserInnen sonst irgendwann aus.
  • Wichtig ist, dass du überall «das Herz und den Kopf» ansprichst, also sowohl mit emotionalen Geschichten als auch mit sachlichen Argumenten dein Anliegen vertrittst und beschreibst.
  • Hast du dennoch das Bedürfnis mehr zu erzählen? Das ist super, aber verschiess nicht dein ganzes Pulver schon jetzt. Im Verlauf deiner Kampagne gibt es genug Gelegenheit verschiedene Aspekte und Geschichten einfliessen zu lassen. Da wirst du dieses Material gut brauchen können. (Mehr dazu unten bei Verbreitung)
  • Du kannst durchaus mehrere Kategorien für deine Kampagne auswählen, aber einmal mehr gilt: Je genauer du dein Anliegen eingrenzen kannst, desto besser.
  • Der Ort deines Anliegens ist wichtig, weil du damit Menschen in deiner Nähe darauf aufmerksam machen kannst. Eine landesweite Kampagne spricht zwar mehr Menschen an, dafür aber häufig eher oberflächlich: Mit den Dingen in unserer unmittelbaren Umgebung identifizieren wir uns meist viel stärker.
  • Das Bild zu deiner Kampagne spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein gutes Kampagnenbild springt ins Auge und bleibt danach im Kopf hängen. Optimalerweise kann man ein solches Bild an verschiedenen Stellen in der Kampagne immer wieder brauchen. Man spricht in solchen Fällen von einem «Key Visual». Gut geeignet sind Bilder mit klaren (Haupt-)Sujets, die für sich selbst sprechen und so dein Anliegen auch visuell darstellen.
    ACHTUNG: Pass bei den Bildern (ebenso wie bei allen anderen Inhalte) auf, dass du die Rechte für die Veröffentlichung hast. Also bitte nicht einfach irgendein Bild, das dir gefällt aus dem Internet herunter laden, sondern vor dem Hochladen klären, ob du es für deine Kampagne verwenden darfst.

Verbreitung

Fischschwarm Verbreitung

 

Hast du schon eine Kampagne kreiert und gestartet? Bravo! Jetzt geht es darum, dass dein Anliegen von möglichst vielen gehört und mitgetragen wird. Die Verbreitung deiner Idee ist mindestens ebenso wichtig wie gute Inhalte. Denn einfach eine Petition aufsetzen und hoffe, dass sie von selbst von vielen unterschrieben wird, klappt leider nicht.

Hier ein paar Anregungen, wie du deine Kampagne gross machen kannst:

  • Zuerst kommt meistens die Mund-zu-Mund-Propaganda: Teile den Link zu deiner Kampagne in deinen eigenen sozialen Netzwerken, schreibe Emails an deine FreundInnen und überlege dir Flyer mit dem Link (und ev. einem QR-Code) zu verteilen.
  • Sag den Menschen, was du von Ihnen möchtest. Sollen sie:
    • Eine Petition unterschreiben?
    • Eine Botschaft weiterverbreiten (also z.B. deine Kampagne weiter teilen auf Facebook, Twitter & Co)?
    • Zu einer Veranstaltung (Demo, Planungstreffen, Petitionsübergabe…) kommen?
  • Haben schon einige Menschen deine Petition unterschrieben? Du kannst auch ihnen von deiner Kampagnenseite aus eine Nachricht schreiben indem du auf den Button "Den Unterstützenden eine Email schreiben" klickst und sie zum Beispiel bitten, die Petition in ihren Netzwerken zu teilen.
  • Wenn du etwas Budget hast, überlege dir, online Werbung zu schalten. Ads auf Facebook sind immer noch relativ günstig und können einiges bewirken.
  • Damit deine Kampagne von vielen Menschen wahrgenommen wird, sind (Online-)Medien wichtig. Gibt es online Portale oder Tagezeitungen im Gebiet deiner Kampagne? Versuche, mit diesen Kontakt zu knüpfen und ihnen die Geschichte zu deinem Anliegen oder ein besonderes Kampagnenereigns (z.B. eine Demo oder eine Petitionsübergabe) schmackhaft zu machen.
  • Schau, dass deine Kampagne lebendig bleibt. Versorge deine Unterstützenden immer wieder mit Updates zu Entwicklungen und Hintergründen. Schau auch hier, dass du verdaubare Informationshäppchen verbreitest und die Empfänger nicht zu oft, aber auch nicht zu selten belieferst. Hier ein paar Ideen für Inhalte:
    • Habt ihr eine Aktion durchgeführt? Erzähl davon (am besten organisiert du schon im Vorfeld jemanden, der Fotos macht und vielleicht sogar filmt – ein Smartphone reicht dazu meist schon).
    • Gibt es neue Erkenntnisse oder einen Zeitungsbericht zu deinem Thema? – Poste ein Update auf deiner Kampagnenseite (unter «was gibt es Neues?» und auf deinen anderen Kanälen (Facebook, ev. Newsletter)

Organisation

Team Spirit at Mt Fuji

 

  • Alleine eine Kampagne durchzuziehen ist anstrengend und langweilig. Viel mehr Spass macht es gemeinsam – dann kann man auch den Erfolg zusammen feiern! Such dir deshalb MitstreiterInnen für dein Anliegen. Das kann in deinem Freundes- und Bekanntenkreis sein, MitschülerInnen, Nachbarn, dein Verein etc.
  • Endlose Emails hin und her schicken ist eher mühsam. Deshalb gibt es auf PeoplePower eine Gruppenfunktion. Hier kannst du dich mit deinen Mitcampaignern übersichtlich austauschen, Veranstaltungen planen und Petitionen lancieren. Probiers gerne mal aus in der Gruppe zum Ausprobieren. der Gruppen-Funktion
  • Auch wenn du nicht gerade eine eidgenössische Volksinitiative oder einen Wahlkampf durchführen willst: Ein bisschen Planung kann viel bewirken! Schreib dir zumindest grob auf, was du bis wann für deine Kampagne tun willst (also z.B. wann du sie wie verbreiten willst, wann du eine Petition übergibst oder eine andere Veranstaltung planst).
    Wenn ihr mehrere seid, lohnt es sich auch, die Verantwortung für verschiedene Aufgaben aufzuteilen (und euch dann gegenseitig zu unterstützen), dann lastet nicht alles auf den Schultern einer einzigen Person. Jemand könnte beispielsweise also gute Geschichten rund um die Kampagne suchen und aufschreiben / filmen / fotografieren, jemand die Verbreitung planen und koordinieren, jemand sich um Events kümmern und jemand die Treffen organisieren.

Zum Schluss

Deine Kampagne ist vorbei? Gratulation, hoffentlich warst du erfolgreich! Vergiss nicht das zu feiern, direkt mit deinen MitstreiterInnen und natürlich mit einem abschliessenden Update und einem Danke an alle Unterstützenden (von deiner Kampagnenseite geht das ganz einfach).

Wir hoffen, dir mit diesen Rezeptvorschlägen Appetit auf eigene Kampagnen gemacht zu haben. Wenn du weitere Ideen und Anregungen hast, freuen wir uns, wenn du uns schreibst an peoplepower@greenpeace.ch

Und zum «Dessert» noch etwas: Kampagnen brauchen vor allem eins: Hartnäckigkeit. Meistens hat man nicht sofort Erfolg und es braucht immer auch ein bisschen Glück, damit man den richtigen Moment für ein bestimmtes Thema erwischt. In diesem Sinne: Gib niemals auf, wenn du an deine Sache glaubst!

 

Viel Spass und Erfolg beim Campaignen!